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1642–1708

Die vierdte Handlung.

Christian Weise

Wer sich wil entfernen Weit von aller noth und pein Muß mein handwerck lernen Und mit mir ein häscher seyn.

Dieses ist ein köstlich leben Voller herrlichkeit Und die sich darein begeben Hats noch nie gereut.

Nun so giebt es auch dafür Wiederumb zu sauffen Manches liebes känngen bier. Und so lang es in der woche

Was zu naschen setzt Warten wir im häscher loche Selten auff die letzt. Sehn wo ihr geburts-brieff sey

Doch wir häscher wissen Nichts von dieser quackeley. Vierzehn väter keinen rechten Geht bey uns schon an

Wer nur sonsten wacker fechten Und seyn handwerck kan. In die stadt zu marckte gehn Warten wir und lauren

Ob sie auch den zoll verstehn: Alles ist in unsern händen Ochsen kuh und kalb Und da geht es an ein pfänden

Alles zweimahl halb. Auff dem dorffe fremdes bier Und eh sie es dencken Stellen wir uns an die thür

Und da schläppen wir die fässer In die stadt hienein Weil sie unserm magen besser Als den bauren seyn.

Huren oder mägde-pack Ziehn wir sie zu paaren Säuberlich in unsern sack Und indem wir sie verhindern

Das kein ander kan Dresseln wir den kleinen kindern Noch die ohren an. Seine grosse ritter-that

Sind wir stahl und eisen Und gesegnen ihm daß bad Und wo er sich noch erzürnen Und bravieren will

Würtzen wir ihm unsre birnen Mit den flegel-stiel. Sich nach ihrer guten lust Auff was bessers legen

Mir ist gleichwohl diß bewust Daß ein häscher vor neun zeugen Bey dem Richter gilt Drum so weiß ich dem die feigen

Der uns schelmen schilt.

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