Gehab dich wohl mein kind gehab dich wohl mein leben Wilst du mir einen trost mit auf die reise geben? So schau mich günstig an und nimm zu guter letzt Was die betrübte faust dir zu gefallen setzt.
Du hast dein süsses theil zwar allbereit in armen Drum such ich keine gunst ich suche nur erbarmen. Gieb mir den abschieds-gruß es schadt der liebe nicht Wenn gleich dein schöner mund mir einen kuß verspricht.
Gedenck an meine noth darin ich mich betrübe Ich liebte deinen glantz in keuscher gegenliebe Ich war in deiner gunst was kaum ein bruder ist. Nun soll ich fremde thun weil du versprochen bist.
Ist unser freundlichkeit so unverhofft verschwunden Wo ist die liebe zeit wo sind die schönen stunden Da ich mit stiller lust in deinen schosse saß Und alle liebligkeit von deinen lippen laß?
Ach freylich ist es auß ein ander hat das glücke Der jagt durch nneue spaß den alten schertz zurücke Und wenn er in der lust sein mandelnüßgen schmeckt So lächt er mich wol auß daß ich den rand geleckt.
Diß ist mir endlich lieb daß du dich hast erkläret: Und also sind wir doch einander nicht bescheret: Drum reis’ ich auch von hier. Wie solte mir geschehn Wenn ich das hertzeleid solt alle tage sehn.
Mein kind ich bitte nur durch ihre weichen hände Und durch den rothen mund sie mach ein gutes ende. Wiewol mein abschied ihut ihr nicht zu übrig weh. Es ist auch schon genung daß ich ins elend geh.
Der himmel segne sie mit ihren schönen gaben Kein mensch hats wol gemerckt daß wir gelöffelt haben Drum schweig ich auch davon und sage mit bedacht Gantz still daß niemand hört mein hertzgen gute nacht.
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