Jst diß nicht wunderlich
Das glücke setzt an mich
Als wär mirs noch so sehr gewogen:
Jedoch wenn ich das ziel
Mit ernst anhalten will
So find ich mich gar weit betrogen
Weil ihre zunge gleichsam spricht;
Du siehst mich zwar. Doch du bekömmst mich nicht.
Es ist ja wol geschehn
Ich habe dich gesehn
Und sonderlich in acht genommen:
Doch was vor einen lohn
Hab ich nunmehr davon
Wo denck ich weiter fortzukommen
Wofern ich dich du süsser Pol
Jm hertzen und in augen haben soll.
Die Götter werden zwar
Uns selten offenbar
Ob sie gleich unsre seufftzer hören:
Und wer gleich in der that
Sie gantz zu freunden hat
Der kan sie niemals sichtbar ehren.
Denn ein gemeines angesicht
Erträgt den glantz und ihre schönheit nicht.
Doch hätt ich hier gedacht
Ich würde deinen pracht
In schöner gegenwart geniessen:
Das glücke zeigte sich
Nun aber denckstu mich
Nur allzeit weiter auszuschliessen:
Derhalben mustu nach dem schein
Ein himmels-kind und eine Göttin seyn.
Asträa meine zier
Komm und verzeihe mir
Daß ich mich dieses unterstanden.
Wilstu versöhnet seyn
So ist bey mir allein
Ein unverfälschtes hertz verhanden.
Wo diß die schuld verbüssen kan
So nimm es gantz zum gnaden-opffer an.