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1642–1708

Das fünffte Gespräch.

Christian Weise

Ach hertzerlieber - - Küster Ich kenn euch an dem barte wol Ach seht doch itzund ins register Ob ich was guts bekommen soll

Und solte mir was zugehören So lasst mirs nur fein bald bescheren. Ich esse keine pfefferkuchen Ich mag auch keine mandelkern

Und was die kleinen kinder suchen Dasselbe nehm ich gar nicht gern: Wenn ich nur in mein kaltes bette So einen hübschen wärmstein hätte.

Ich fürchte mich so vor der kälte Dieweil ich armer hampelmann Des winters boßheit stets entgelte Die ich doch nicht verbieten kan.

Drum muß ich mich im bette kräncken Und an den süssen wärmstein dencken. Das feuer mag im ofen brennen Das bette mag darneben stehn

So muß ich doch allzeit bekennen Die kälte wil mir nicht vergehn: Denn alles schlägt mit grossem schmertzen Mir gar zu tieff zu meinem hertzen.

Und wo ich keinen wärmstein habe So laßt es nur ein pfänngen seyn Und leget mir zur liebsten gabe Ein bißgen warme kohlen drein

Damit ich nicht vergebens harre Und als ein hartes scheit verstarre. Fürwahr ich seh an meinen händen Wie ein gebackner pickling aus

Und sperre mich an allen enden Wie ein verdorter nessel-strauß: Denn alles ist so trefflich theuer Und nichts so sehr als fremdes feuer.

Wo ich ja gar vergessen bin So setzt mich dennoch ins regiester Und helfft mir also zum gewinn Daß wenn ich in dem bette liege

Den wärmstein in die arme kriege.

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Das fünffte Gespräch. · Christian Weise · Poetry Cove