Was will doch nun der himmel aus mir machen?
Mein glücke schläfft und will noch nicht erwachen
Mein leben stirbt und lebt nicht wo ich bin
Mein hertz vergeht und kan sich selbst nicht finden
Und aller trost den ich hier soll empfinden
Der ist dahin.
Es hilfft mich nicht daß ich die schönste liebe
Wenn ich mich nur biß auf den tod betrübe
Ich lasse mich zwar in gedancken ein
Und ehre sie mit heimlichen geberden
Doch kan ich nicht so sehr begnadigt werden
Bey ihr zu seyn.
Sol ich mein leid den stummen wänden klagen
Weil sie nicht wil nach meinen schmertzen fragen;
Sol ich verziehn in meiner Einsamkeit?
Hier mag ich nicht; dort kan ich mich nicht laben
Hier bin ich todt; und jene lebens-gaben
Sind mir zu weit.
Erbarme dich du sonne meiner seelen
Was wilstu mich in meiner unschuld qvälen?
Ich bin verliebt ist das die missethat?
So dencke nach und straffe deine wangen
Dieweil ihr Glantz mein hoffen und verlangen
Bezwungen hat.
Kan ich dafür? indem mir unter allen
Die tugenden bey dir so wohl gefallen?
Dein licht ist schön dein ruhm ist lobens wehrt:
Kein hertz kan hier bey deiner glut erkalten:
Drum wirstu auch die lieb entschuldigt halten
Die dich begehrt.
Wilstu mich auch durch diese noth probieren
So laß mich nur die hoffnung nicht verlieren.
Doch gieb mir itz aus gnaden und zur lust
Was du mir sonst nach abgelegten proben
Auß billigkeit gebührlich angeloben
Und leisten must.