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1642–1708

Das fünffte Gespräch.

Christian Weise

Was will doch nun der himmel aus mir machen? Mein glücke schläfft und will noch nicht erwachen Mein leben stirbt und lebt nicht wo ich bin Mein hertz vergeht und kan sich selbst nicht finden

Und aller trost den ich hier soll empfinden Der ist dahin. Es hilfft mich nicht daß ich die schönste liebe Wenn ich mich nur biß auf den tod betrübe

Ich lasse mich zwar in gedancken ein Und ehre sie mit heimlichen geberden Doch kan ich nicht so sehr begnadigt werden Bey ihr zu seyn.

Sol ich mein leid den stummen wänden klagen Weil sie nicht wil nach meinen schmertzen fragen; Sol ich verziehn in meiner Einsamkeit? Hier mag ich nicht; dort kan ich mich nicht laben

Hier bin ich todt; und jene lebens-gaben Sind mir zu weit. Erbarme dich du sonne meiner seelen Was wilstu mich in meiner unschuld qvälen?

Ich bin verliebt ist das die missethat? So dencke nach und straffe deine wangen Dieweil ihr Glantz mein hoffen und verlangen Bezwungen hat.

Kan ich dafür? indem mir unter allen Die tugenden bey dir so wohl gefallen? Dein licht ist schön dein ruhm ist lobens wehrt: Kein hertz kan hier bey deiner glut erkalten:

Drum wirstu auch die lieb entschuldigt halten Die dich begehrt. Wilstu mich auch durch diese noth probieren So laß mich nur die hoffnung nicht verlieren.

Doch gieb mir itz aus gnaden und zur lust Was du mir sonst nach abgelegten proben Auß billigkeit gebührlich angeloben Und leisten must.

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Das fünffte Gespräch. · Christian Weise · Poetry Cove