Was hat der unverschämte neid
Vor hertzeleid
In unsre freundschafft ausgestreut?
Was soll der kalte gifft?
Der unsre treu doch nur von aussen trifft.
Die hertzen sind von diamant
Und das geschloßne liebes-band
Hegt keinen unbestand.
Drum je mehr man uns betrübt
Desto mehr sind wir verliebt.
Wenn gleich der wind mit seiner wut
In unsre glut
Den allerstärcksten einfall thut
So ist es nicht gethan
Er bläset nur die flammen besser an.
Drum wer das feuer nicht erkennt
Und sich nur an die finger brennt
Der ist doch gantz verblendt;
Denn er unterscheidet nicht
Liebes-schein und falsches licht.
Indessen allerliebstes kind
Bleib gut gesinnt
Und achte keinen falschen wind
Die treu soll unser schein
Die keusche pflicht des hertzens losung seyn.
Vergönnt uns ja der falsche neid
Nicht übrig grosse fröligkeit
So warte nur die zeit.
Denn der tag kömmt bald heran
Da man rosen brechen kan.