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1642–1708

Das fünffte Gespräch.

Christian Weise

Was hat der unverschämte neid Vor hertzeleid In unsre freundschafft ausgestreut? Was soll der kalte gifft?

Der unsre treu doch nur von aussen trifft. Die hertzen sind von diamant Und das geschloßne liebes-band Hegt keinen unbestand.

Drum je mehr man uns betrübt Desto mehr sind wir verliebt. Wenn gleich der wind mit seiner wut In unsre glut

Den allerstärcksten einfall thut So ist es nicht gethan Er bläset nur die flammen besser an. Drum wer das feuer nicht erkennt

Und sich nur an die finger brennt Der ist doch gantz verblendt; Denn er unterscheidet nicht Liebes-schein und falsches licht.

Indessen allerliebstes kind Bleib gut gesinnt Und achte keinen falschen wind Die treu soll unser schein

Die keusche pflicht des hertzens losung seyn. Vergönnt uns ja der falsche neid Nicht übrig grosse fröligkeit So warte nur die zeit.

Denn der tag kömmt bald heran Da man rosen brechen kan.

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Das fünffte Gespräch. · Christian Weise · Poetry Cove