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1642–1708

Das fünffte Gespräch.

Christian Weise

Seht doch den jungen sack Dort in dem fenster sitzen Wie hurtig und wie strack Kan sie das mäulgen spitzen.

Sie war vor wenig tagen Noch weit davon entfernt: Doch itzo muß ich sagen Sie hat schon ansgelernt.

Der liebste sitzt bey ihr Und löffelt auf die thauer: Sie fürcht sich nicht dafür Und hält wie eine mauer.

Wo lernens denn die kinder? Ist irgend so ein buch? Sie kans fürwar geschwinder Als sonst den sontag-spruch.

Daß dich mein leibgen drücke Wie bringstu so geschwind Das leder ins geschicke? Es geht so fix ich halte

Du hast wie sichs gebührt Das mäulgen in die falte Mit baum-öl eingeschmiert. Ich hab es tausendmahl

Vor diesem fürgenommen: Doch bin ich allemahl In das gedränge kommen. Ich armer stümper dachte

Sie hätte keine lust: Und sie hat still und sachte Die händel schon gewust. Bald stieß sie sich an kopff

Da wars mit mir verlohren: Bald fand ich armer tropff Das mäulgen hintern ohren: Da hielte sie die hände

Bald gar die mütze für Und allzeit an dem ende Da hatt ich nichts von ihr. Bißweilen bat sie mich

Um hundert Gottes willen; Und bald erzürnt sie sich Da krieg ich andre pillen: Ja in den besten freuden

Da hört die mutter schreyn Und halff die händel scheiden Ich musts gewesen seyn. Je schrey doch itzund auch

Der liebste spitzt die lippen Wo ist nun dein gebrauch? Soll er denn immer tippen? Das zucker-süsse futter

Genenst er gar zu viel Und ich seh keine mutter Die friede nehmen will. Die mädgen haben nu

Gar den credit verlohren Und dieses sey darzu In specie geschworen Wo ich ein mädgen finde

Da will ich lose seyn: Sie fürchten sich der sünde Nur auff den blossen schein.

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