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1642–1708

Das fünffte Gespräch.

Christian Weise

Maedgen sie verzeihe mir Daß ich gestern neben ihr Etwas lange sitzen bliebe Und indem ich abschied nahm

Jmmer gieng und wieder kam Cs geschach aus liebe. Als ich auch in ihrer hand Ein erwünschtes lager fand

Und mich an die finger riebe Straffte sie das ding an mir Aber was kont ich dafür? Es geschach aus liebe.

Als ich ihr ein bißgen tieff Unter ihre wangen griff Kriegt ich tausend lungen-hiebe Gleich als wär ich noch so arg

Doch was ich dadurch verbarg Das geschah aus liebe. Als ich lang’ im zweiffel stund Kam ich endlich auff den mund

Nicht viel anders als die diebe: Denn ich stahl ihr einen kuß Halb mit ihrem unverdruß Es geschah aus liebe.

Ach mein Engel laß mir zu Daß ich etwas kühne thu Und mich in den schertzen übe: Scheint der handel etwas frey

Ach so bleibt es doch darbey: Es geschieht aus liebe. Mein gelücke straffe mich Wenn ich sie ja wissentlich

Oder mit bedacht betrübe: Doch daß ich das süsse spiel Durch den spaß erhalten will Das geschieht aus liebe.

Nun sie schau mich freundlich an Ich verbleib ihr unterthan Weil ich lebe weil ich schniebe Und wenn sich mein geist bemüht

Oder was sie sonsten sieht Das geschieht aus liebe.

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Das fünffte Gespräch. · Christian Weise · Poetry Cove