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1642–1708

Das fünffte Gespräch.

Christian Weise

Kommt ihr jungfern an der Saale Seht das neue weibgen an Wie sie sich zum ersten mahle In den handel schicken kan

Weil die nechst verfloßne nacht Sie der haube würdig macht. Kan sie auch das lachen lassen Wenn man ihr daran gedenckt

Und numehr verdienter massen Jhr ein dutzent hauben schenckt? Seht doch seht wie stellt sie sich Nur von aussen wunderlich.

Ach die jungferlichen minen Sind nur auff den blossen schein Welche zwar zu etwas dienen Wenn die leute blöde seyn.

Dennoch wers errathen kan Greifft den krantz mit willen an. Fort du neu-gebacknes weibgen Gib den krantz mit willen hin

Und bedancke dich vors häubgen Als in welchem der gewinn Der verkaufften jungferschafft Mit gewiessem wucher hafft.

Schäme dich nur vor den leuten Und vor deinen gästen nicht Denn sie haben auch vor zeiten Solche possen angericht

Oder wünschen daß der tag Auch vor sie bald kommen mag. Alle welt besteht im lieben Drum so hastu keine schuld:

Hastu gleich die nacht vertrieben In dergleichen ungedult Welche man verliebt und still Lieber thun als sagen will.

Seht sie nicket mit dem kopffe Gelt die rechnung trifft uns ein Und der krantz wird auff dem zopffe Nun gewiß verfallen seyn

Drum ihr jungfern kommt und sprecht Jhr das neue weiber-recht.

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