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1642–1708

Das Erste Gespräch.

Christian Weise

Ach wenn ich doch mein künfftig weib Jm spiegel sehen solte Ob mir das glücke vor dem leib Was gutes gönnen wolte

Und ob ich eine leichte bürde In meiner heyrath finden würde. Es kan wohl seyn in kurtzer frist Daß ich ein kind erwische

Das in dem bett’ ein täubgen ist Ein engel an dem tische Und das mit ihren zarten lachen Sich allzeit kan belieblich machen.

Drumb schau ich stets die jugend an Da such ich mein ergetzen: Jedoch die schlaue boßheit kan Das alter offt ersetzen

Daß wir ein kind an leibes-gaben An sitten alte weiber haben. Zwar dieses ist wohl eh geschehn Daß wir zu unserm frommen

Die männer gerne sterben sehn Daß wir die frau bekommen Und ob sie gleich im kalten bette Nichts mehr als haut und knochen hätte.

Wo wir nur halbicht unterhalt Und gute mittel finden Da lassen wir uns alsobald Mit sehnden augen binden

Und machen guter tage wegen Uns einen sauren abendsegen. Da gehn wir um die mutter rumm Und klopffen sie in nacken

Und wolten gern ihr eigenthum Bald hier bald dort bezwacken Da soll sie uns die besten sachen Jm testament allein vermachen.

Und also fällt ein junger mann Allmählich ins verderben Er blickt zwar manches mädgen an Doch diese will nicht sterben

Und stirbt sie gleich in zwantzig jahren So ist die zeit auch weggefahren. Wer weiß wie mir mein glücke blüht Jtzt hilfft mich doch kein sorgen

Ich will dem himmel der es sieht Mein theil so lange borgen. Ich mag mich gut und böse paaren So werd ichs zeit genung erfahren.

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