Ach du unverhoffte stunde!
Bringstu nun den herben schluß
Daß ich aussen mit dem munde
Mich zu was versprechen muß
Da mein hertz in furcht und list
Weit davon entfernet ist.
Steht es oben angeschrieben?
Und befihlt der himmel wol
Daß man ein gemüthe lieben
Und ein anders hassen soll?
Oder ist der süsse stand
Nur ein blosser menschen-tand?
Ach ich zweiffle daß von oben
Solcher zwang entspringen kan.
Wenn die sterne was verloben
Locken sie die sehnsucht an
Daß die lieb in rath und that
Einen gleichen willen hat.
Aber hier wil man verbinden
Was sich nicht zusammen schickt
Ich sol eine lust empfinden
Welche mich im hertzen drückt:
Und das absehn meiner treu
Ist umsonst und geht vorbey.
Was ich liebe sol ich hassen.
Was ich hasse fällt mir zu
Was ich halte sol ich lassen
Mein verdruß soll meine ruh
Meine gunst soll meine pein
Und mein todt mein leben seyn.
Doch was wil ich weiter sagen
Nun es nicht zu ändern steht
Und was sol ich ferner klagen
Denn es geht schon wie es geht:
Hab ich selbsten keine schuld
Nun so leid ichs mit gedult.
Zwar wenn ich die lust zu büssen
Werde zu derselben gehn
Will ich mir die augen schliessen
Und in den gedancken stehn
Daß dieselbe die mich küst
Mein erwünschtes liebgen ist.