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1642–1708

Das dritte Gespräch.

Christian Weise

Wjr wünschen alle reich zu werden Und wissen nicht was reichthum ist Daß man bey solchen koth der erden Des himmels gar zu leicht vergist

Und an der schönsten perlen stat Nur spreu und staub in händen hat. GOtt hat uns ja so viel versprochen Als woll’er unser Vater seyn.

Der segen bleibt auch ungebrochen Und stellt sich alle stunden ein. Derhalben ach aus was für noth Bckümmern wir uns um das brod.

Je mehr wir geld im kasten haben Je mehr begehren wir darzu; Und also stören uns die gaben Nur an der süssen lebens-ruh:

Da sonst der allerärmste mann Gar sanfft und sicher schlaffen kan. Und über diß die armen leute Sind auff den abend gleich so satt

Da dennoch mancher kaum auff heute Den proviant zu finden hat. Drum liegt es nicht an geld und gut Daß uns das leben sanffte thut.

Die reichen können mehr nicht essen Als was in ihren magen geht: Der ist schon richtig abgemessen Wenn gleich der tiseh voll speisen steht

Der appetit wird nur verführt Und manche schüssel nicht berührt. Die meisten wollen ihren kindern Durch ihren geitz behülfflich seyn

Doch diese lassen sich verhindern Und bilden sich viel sachen ein Daß man bey solchem übermuth Kein geld erwirbt und viel verthut.

Ach sind die kinder unsers gleichen So mögen sie dasselbe thun Wodurch wir unser gut erreichen. Man darff nicht auff dem polster ruhn

Und wer die faulheit auch begehrt Der ist kaum eines dreyers werth. Es bleibt darbey das ist das beste: Gott lasse mich vergnügsam seyn.

Je mehr ich mich auff erden mäste Je schwerer geh’ ich himmel ein. Und wenn ich sterbe kömmt das geld Nicht neben mir in jene welt.

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