Wuchert ja nicht in gedancken
Jhr verliebten seelen ihr:
Denn in diesem engen schrancken
Uberkömmt man keine zier.
Weg mit diesem hertzeleide
Ausser uns besteht die freude.
Die gedancken sind nur wind
Wenn sie noch so köstlich sind.
Manche stunde wird zu schanden
Mancher schöner tag verdirbt
Weil man in den eitlen banden
Nichts als solchen rauch erwirbt.
Da gedenckt man um die wette
Wenn ich könte wenn ich hätte
Und je mehr man denckt und dicht
Desto wen’ger wird verricht.
Lernt einmahl zur sache greiffen
Da besteht der rechte lohn.
Welche sich also verschweiffen
Sind fürwahr noch weit davon.
Wenn die armen patienten
Nicht den sitz der kranckheit nennten
Würde mancher kräuter frucht
Durch den artzt umsonst gesucht.
Gibt ein kauffmann vor die waaren
Nicht das allerbeste geld?
Drum was wolt ihr also sparen
Wenn euch eine zier gefällt.
Würcklich und gewisse gaben
Wollen gleiches kauff-geld haben
Und die arbeit muß allein
In der that bekräfftigt seyn.
Ach ihr ungewissen grillen
Was bemüht ihr euren sinn
Um der allerschönsten willen?
Geht und suchet den gewinn
Aus besuchen spielen schertzen:
Sie vergnüget eure hertzen.
Wer die boltzen anders richt
Siht das ziel und trifft doch nicht.