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1642–1708

Das dritte Gespräch.

Christian Weise

Wuchert ja nicht in gedancken Jhr verliebten seelen ihr: Denn in diesem engen schrancken Uberkömmt man keine zier.

Weg mit diesem hertzeleide Ausser uns besteht die freude. Die gedancken sind nur wind Wenn sie noch so köstlich sind.

Manche stunde wird zu schanden Mancher schöner tag verdirbt Weil man in den eitlen banden Nichts als solchen rauch erwirbt.

Da gedenckt man um die wette Wenn ich könte wenn ich hätte Und je mehr man denckt und dicht Desto wen’ger wird verricht.

Lernt einmahl zur sache greiffen Da besteht der rechte lohn. Welche sich also verschweiffen Sind fürwahr noch weit davon.

Wenn die armen patienten Nicht den sitz der kranckheit nennten Würde mancher kräuter frucht Durch den artzt umsonst gesucht.

Gibt ein kauffmann vor die waaren Nicht das allerbeste geld? Drum was wolt ihr also sparen Wenn euch eine zier gefällt.

Würcklich und gewisse gaben Wollen gleiches kauff-geld haben Und die arbeit muß allein In der that bekräfftigt seyn.

Ach ihr ungewissen grillen Was bemüht ihr euren sinn Um der allerschönsten willen? Geht und suchet den gewinn

Aus besuchen spielen schertzen: Sie vergnüget eure hertzen. Wer die boltzen anders richt Siht das ziel und trifft doch nicht.

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