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1642–1708

Das andere Gespräch.

Christian Weise

Mein geist verzeihe mir daß ich dem schweren leibe Gehorsam leisten muß der mich gefangen hält An einem solchen ort da ich gezwungen bleibe Und da mir fast kein mensch und keine lust gefällt.

Ich wolte lieber seyn wo meine bücher liegen Doch leide die gewalt die ich vertragen muß Was heute nicht geschicht das kan sich morgen fügen Du fühlest diese nacht den letzten überdruß.

Was soll ein eitles wort ein unvernünfftig lachen Ein winck ein leichter blick ein halbes kinderspiel Ein ungereimter tantz mir doch vor freude machen Wenn ich verdrießlich bin und mich entreissen wil.

Ja freylich hilfft es nicht; wiewohl von guten freunden Nim̃t man dergleichen zwang aus guter meinung an: Doch wolt ich lieber seyn bey meinen ärgsten feinden Da man doch öffentlich den zwang verschlagen kan.

Wolan der abendstern ist itzo mein Prophete Der rufft mir gleichsam zu: Geh fort und schlaffe wohl Und dencke daß das liecht der süssen morgenröhte Dich von der schnöden lust gewiß erlösen soll.

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