Mein geist verzeihe mir daß ich dem schweren leibe
Gehorsam leisten muß der mich gefangen hält
An einem solchen ort da ich gezwungen bleibe
Und da mir fast kein mensch und keine lust gefällt.
Ich wolte lieber seyn wo meine bücher liegen
Doch leide die gewalt die ich vertragen muß
Was heute nicht geschicht das kan sich morgen fügen
Du fühlest diese nacht den letzten überdruß.
Was soll ein eitles wort ein unvernünfftig lachen
Ein winck ein leichter blick ein halbes kinderspiel
Ein ungereimter tantz mir doch vor freude machen
Wenn ich verdrießlich bin und mich entreissen wil.
Ja freylich hilfft es nicht; wiewohl von guten freunden
Nim̃t man dergleichen zwang aus guter meinung an:
Doch wolt ich lieber seyn bey meinen ärgsten feinden
Da man doch öffentlich den zwang verschlagen kan.
Wolan der abendstern ist itzo mein Prophete
Der rufft mir gleichsam zu: Geh fort und schlaffe wohl
Und dencke daß das liecht der süssen morgenröhte
Dich von der schnöden lust gewiß erlösen soll.