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1642–1708

Das andere Gespräch.

Christian Weise

So muß ich deiner noch vergessen Du vormahls hochgeliebtes kind Nachdem ich offt bey dir gesessen Und an begier und liebe blind

Gemeynt daß deine gunst und treu Von lauter stahl und eisen sey. Ich ließ mir nichts gefährlichs träumen Und dacht es könte lust und list

Sich nimmermehr zusammen reimen Doch nun befind ich was du bist Indem ich mein verlangtes ziel In deiner liebe treffen will.

Die worte die verrathen dich Die stehn zu sehr auf falschen schrauben Dadurch erweistu sicherlich Daß du mich nur als einen gast

Zum zeit-vertreib gebrauchet hast. Wiewohl es läst sich endlich hören Wie scheinbar alle worte sind: Die tochter will die eltern ehren

Und sie beziehn sich auff ihr kind. Doch dürffte man sich nicht bemühn Mich bey der nase rumm zu ziehn. Ich bin an eine nicht gebunden

Ich hätte längst in dieser stadt Ein angenehmes kind gefunden Das eben ihre schönheit hat Man hätte sich nur bald erklärt

So hätt ich warlich nichts begehrt. Nun die courage zu bezeugen So sag ich frölich gute nacht Ich will von aller liebe schweigen

Als hätt ich nie daran gedacht. Ich will nunmehr zum blossen schein Dein guter freund gewesen seyn. Nur lache nicht in deinem hertzen

Daß ich so treu gewesen bin: Ich fühlte zwar ein wenig schmertzen Doch nun ist alles überhin Wer weiß wer endlich mit der zeit

Am ersten diesen schluß bereut.

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