So muß ich deiner noch vergessen
Du vormahls hochgeliebtes kind
Nachdem ich offt bey dir gesessen
Und an begier und liebe blind
Gemeynt daß deine gunst und treu
Von lauter stahl und eisen sey.
Ich ließ mir nichts gefährlichs träumen
Und dacht es könte lust und list
Sich nimmermehr zusammen reimen
Doch nun befind ich was du bist
Indem ich mein verlangtes ziel
In deiner liebe treffen will.
Die worte die verrathen dich
Die stehn zu sehr auf falschen schrauben
Dadurch erweistu sicherlich
Daß du mich nur als einen gast
Zum zeit-vertreib gebrauchet hast.
Wiewohl es läst sich endlich hören
Wie scheinbar alle worte sind:
Die tochter will die eltern ehren
Und sie beziehn sich auff ihr kind.
Doch dürffte man sich nicht bemühn
Mich bey der nase rumm zu ziehn.
Ich bin an eine nicht gebunden
Ich hätte längst in dieser stadt
Ein angenehmes kind gefunden
Das eben ihre schönheit hat
Man hätte sich nur bald erklärt
So hätt ich warlich nichts begehrt.
Nun die courage zu bezeugen
So sag ich frölich gute nacht
Ich will von aller liebe schweigen
Als hätt ich nie daran gedacht.
Ich will nunmehr zum blossen schein
Dein guter freund gewesen seyn.
Nur lache nicht in deinem hertzen
Daß ich so treu gewesen bin:
Ich fühlte zwar ein wenig schmertzen
Doch nun ist alles überhin
Wer weiß wer endlich mit der zeit
Am ersten diesen schluß bereut.