Jhr leute die ihr auff den reisen Euch müsset tag und nacht bemühn Durch hitz und frost durch eiß und eisen Dem tode fast entgegen ziehn;
Ach kommt und macht es auch so schöne Gleichwie die zarten mutter-söhne. Sie liegen bey der lieben mutter Auff einer weichen bären-haut
Und wachsen fort in vollem futter Wie haus-laub oder knaben-kraut Biß nur das alter will vergönnen Daß sie ein weib bedienen können.
Jm Sommer sind sie wohl berathen So lang ein schatten kühlen kan Jm Winter geht das apffel-braten Am warmen ofen wieder an
Da schwatzt die mutter bey dem lichte Die alten fabeln und geschichte. Gedenckt ja einer an das wandern So reist er als ein ochsen-schwantz
Von einem backen auff den andern Nach diesem ist die reise gantz Und muß die mutter sich beqvemen Den fremden herren anzunehmen.
Es reisen offtmahls solche brüder Wenn ihre mutter pflantzen säet Und kommen mit verwundern wieder Weil noch das kraut im felde steht:
Da wollen sie die magd nicht kennen Und können kaum die katze nennen. Da sagen diese fincken-reuter Sie hätten warlich stets vermeynt
Die welt die wäre nicht viel weiter Als wie sie in der mappe scheint Nun blieben sie so weit dahinden Und könten nicht das ende finden.
Die mutter hört mit angst und schmertzen Der grossen welt-beschreibung zu Und saget ach ihr lieben hertzen Verstöret ja nicht eure ruh
Denn wollt ihr nicht zu hause speisen Könnt ihr zu pate Micheln reisen. Der wohnet draussen auff dem lande Darzu bedürfft ihr einen tag
Und hab ich allzeit was zu pfande Auff daß ich mit dem seigerschlag Euch voller freude trost und ehre Vor meinem fenster kommen höre.
Derhalben die ihr auff den reisen Euch müsset tag und nacht bemühn Durch hitz und frost durch eyß und eisen Dem tode fast entgegen ziehn;
Ach kommt und macht es auch so schöne Gleichwie die zarten mutter-söhne.
Cookies on Poetry Cove