Marindgen was soll diß bedeuten Was nimmt dich vor ein irrthum ein Daß du von lauter schönen leuten Wilst nach der kunst bedienet seyn
Und deine wangen sehen aus Wie ein verdorrter nelcken-strauß. Du richtest gar zu frey von allen Da ist kein kerle gut genung
Dem sind die backen eingefallen Der ist zu alt und der zu jung. Hingegen schaustu diß nicht an Was man von dir gedencken kan.
Es hat sich wol die feinen dinger Die warten gar gewiß auff dich: Ach nein du nimmst es wol geringer Wo nicht so bistu wunderlich.
Denn weistu nicht daß in der welt Sich allzeit gleich und gleich gesellt. Derhalben dencke nach du stoltze Du hast unmüglich ding begehrt:
Das weiß ich wol ein bock von holtze Ist einer güldnen ziege wehrt Ein degen ohne glantz und schein Kan in der schönsten scheide seyn.
Hingegen gibt es schlechte gnüge Und wird ein blosses narrenspiel Wann etwa eine dürre ziege Den besten bock erwischen will
Und wenn ein unvergleichlich schwerdt In eine kahle scheide fährt. Ich nehme stets vor lieb und richte Das schlimmste mädgen nicht zu scharff
Indem ich doch mein angesichte Von keiner schönheit rühmen darff Drum schrieb ich dir du närrgen du Auch eine solche demuth zu.
Wenn alle so gedencken solten Und wenn die schlechten büfgen hier Nur auff die schönste warten wolten Wer käme dann hernach zu dir?
Denn niemand als ein blinder mann Siht dich der schönheit halben an. Marindgen nun du hast die flügel Ein bißgen hoch hinauff gethan
Ein ander mahl trit vor den spiegel Und schaue mich darneben an. Alsdann so frage deinen sinn Ob ich dir zu geringe bin.
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