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1642–1708

Das andere Gespräch.

Christian Weise

Die lufft verändert nichts die klugheit muß in reisen Compaß und ruder seyn sie muß den anfurt weisen Sie muß die rechnung thun und welcher das vergist Der kömmet wieder heim wie er gewesen ist.

Es ist ein schlechtes werck sich etwas tieffer bücken Der alten sprache brauch mit neuen wörtern sticken In fremb der kleidung gehn: und wer sich in der welt Um sonsten nichs bemüht verspielet zeit und geld.

Wem ist damit gedient und wenn man haar-klein wüste Wie scharff ein ander trinckt wie mancher seine lüste Mit bösem wasser löscht wie einer schertzt und spielt Wie jener springt und tantzt wie dieser raubt und stielt.

Es ist nur eitelkeit man hört von solchen dingen Und lernt sie endlich selbst in die gewohnheit bringen So daß ein solcher mensch viel grösser unheil stifft Als welcher einen brunn verderbet und vergifft.

Ein kluges kauffmans-schiff kömmt nimmermehr gefahren Und sucht Arabien um liederliche waaren: Das gold wird außgesucht der weirauch zugericht Die myrrhen eingepackt: den sand begehrt man nicht.

Wolan du junges volck! weil ihr von eurem leben Dem hohen alter sollt einmahl die zinse geben. So reiset mit vernunfft und nehmet diß in acht Was von der klugheit kom̃t un euch zu menschen macht.

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