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1726–1804

Lob der Unschuld.

Christian Felix Weiße

Du, der Unschuld süße Ruh, O wie lieblich schmeichelst du Unsern Seelen! Eitle Wollust fleucht vor dir,

Und doch lässest du es mir Nicht an Wollust fehlen. Du streust Rosen und Jesmin Auf die sichern Pfade hin,

Die ich gehe. Ich bin ganz Zufriedenheit, Wenn ich dich voll Heiterkeit Auf mich lächeln sehe.

Ohne Kummer, ohne Reu, Führst du sie vor mir vorbey Meine Tage. Meine Müh machst du mir leicht,

Und in meine Spiele schleicht Sich nicht späte Klage. Laß mein Herz sich deiner freun, Dich noch, werd ich älter seyn,

Freundinn nennen. In dem Unglück tröste mich, Und nie laß mich ohne dich Eine Freude kennen.

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