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1742

Die Einfalt

Christian Felix Weiße

Unter Rosen und Jesminen Fand den letzten Frühlingstag Mops die Chloe, die im Grünen Ueberrascht vom Schlummer lag:

Weste spielten mit dem Kleide, Und des Busens leichten Flor: Und der Gott der Lieb und Freude Guckt aus jedem Strauch hervor.

Mops wirft neben ihr sich nieder, Kneipt sie, bis er sie geweckt: Sie seufzt, schmählet, seufzet wieder, Fragt, warum er sie erschreckt?

„Weißt du, was du mir versprochen?“ Ruft Mops; „jetzund halt es fein! Es sind, dünkt mir, schon vier Wochen; – – Gelt? so lange muß es seyn?“

Chloe wundert sich der Fragen, Lächelt ja, und saget: Nein! Ich? versprochen? kannst du sagen! Glaube mir, es kann nicht seyn.

O, ruft Mops, wollt ich nur schwören Doch Amynt belauscht uns ja: Gleich sollst du es selber hören; Ja, ich such ihn, warte da.

Nein, ich will ihn lieber suchen, Sagte Chloe, warte du, Und sie lief den stillen Buchen, Wo Amyntas weidet, zu.

Mops bleibt voll Erwartung stehen; Doch, wie lange wartet er? Man würd ihn noch warten sehen, Wenns nicht Nacht geworden wär.

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Die Einfalt · Christian Felix Weiße · Poetry Cove