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1726–1804

Die Bienen.

Christian Felix Weiße

Tragt nur in die Zellen ein, Kleine Honigsammlerinnen: Jetzt bey warmen Sonnenschein Sucht Jhr Schätze zu gewinnen:

Müßiggänger haßt man hier; Fleiß und Arbeit sind Euch Freude, Und das Beste sammelt Jhr Auf der blumenvollen Weide.

Wenn dann einst der rauhe Nord Ueber jene Hügel streichet Und der Flora Kinder dort, Von der bunten Flur verscheuchet;

Dann sitzt Jhr in Sicherheit: Voll sind Eure Vorrathskammern, Und Euch lehrt die Dürftigkeit Nicht vor andern Thüren jammern.

Doch Jhr sorgt nicht nur für Euch: Nein, bey Eurem süßen Fleiße Seyd Jhr auch für andre reich, Dankbegierig, milde, weise:

Jhr verzinnßt das kleine Haus Reichlich dem, der es erbauet, Und der leiht mit Wucher aus, Der Euch in der Theurung trauet.

Euer blühendes Geschlecht Möge jährlich sich vermehren, Und das weise Bürgerrecht Nie ein falscher Fremdling stören!

Blumen will ich pflanzen, hier Jedes Blümchens sorgsam schonen, Und Jhr sollet mich dafür Einst mit Honigseim belohnen.

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