Willkommen schöner Morgen!
Wie groß ist deine Pracht!
Sie bliebe mir verborgen,
Wär ich nicht früh erwacht:
Lust, Wunder und Entzücken
Begegnen meinen Blicken,
Wohin ich immer seh,
Jm Thal und auf der Höh.
Es glühn der Berge Spitzen
Von güldnem Sonnenstrahl;
Von Diamanten blitzen
Die Pflänzgen überall.
In Luft und auf der Weide
Ertönt das Lied der Freude,
Und weckt in süßem Schall
Den dankbarn Wiederhall.
Jhr wißt nicht, reiche Prasser,
Was ihr für Glück verschlaft?
Seyd eure eignen Hasser,
Und durch euch selbst bestraft!
Verschlaft die schönsten Stunden,
Nie sey von euch empfunden,
Was diese schöne Welt
Für Wunder in sich hält.
Ich will es aber fühlen. —
Indem die Weste mir
In Locken lieblich spielen,
Sitz und betracht ich hier.
Gott! ist mein irrdisch Leben
Mit so viel Glück umgeben,
Was wird der Wohnplatz seyn,
Der uns dort soll erfreun!