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1726–1804

Der Morgen.

Christian Felix Weiße

Willkommen schöner Morgen! Wie groß ist deine Pracht! Sie bliebe mir verborgen, Wär ich nicht früh erwacht:

Lust, Wunder und Entzücken Begegnen meinen Blicken, Wohin ich immer seh, Jm Thal und auf der Höh.

Es glühn der Berge Spitzen Von güldnem Sonnenstrahl; Von Diamanten blitzen Die Pflänzgen überall.

In Luft und auf der Weide Ertönt das Lied der Freude, Und weckt in süßem Schall Den dankbarn Wiederhall.

Jhr wißt nicht, reiche Prasser, Was ihr für Glück verschlaft? Seyd eure eignen Hasser, Und durch euch selbst bestraft!

Verschlaft die schönsten Stunden, Nie sey von euch empfunden, Was diese schöne Welt Für Wunder in sich hält.

Ich will es aber fühlen. — Indem die Weste mir In Locken lieblich spielen, Sitz und betracht ich hier.

Gott! ist mein irrdisch Leben Mit so viel Glück umgeben, Was wird der Wohnplatz seyn, Der uns dort soll erfreun!

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