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1726–1804

Der Fleiß.

Christian Felix Weiße

Süßer, angenehmer Fleiß! O wie herrlich ist der Preiß, Den er jedem Jüngling beut, Der ihm seine Kräfte weiht.

Wenn die Langenweile gähnt Und sich krank nach Possen sehnt, Hüpft in froher Thätigkeit Die ihm nie zu lange Zeit.

Ja, auf seidnen Schwingen fliehn Seine Stunden vor ihm hin: Den verlohrnen Augenblick, Nichts sonst, wünscht er sich zurück.

Er ist stark, gesund und frisch, Arbeit würzet ihm den Tisch, Und kein kranker Ekel schleicht Sich zu seiner Mahlzeit leicht.

Wenn er winkt, drückt ihm die Ruh Seine Augen willig zu: Nie hat ihn ein Traum geweckt, Der im Schlummer ihn geschreckt.

Er begegnet allemal Früh dem ersten Sonnenstral, Wenn er, munterm Fleiß geneigt, Von den Bergen nieder steigt.

In der Jahre reifern Lauf Suchen Ehr und Würd ihn auf: Glück und Seegen warten sein, Um sein Alter zu erfreun.

Aller Orten trifft er dann Früchte seiner Arbeit an, Keinen Augenblick der Zeit, Die er nun umsonst bereut.

Auch im Alter, auch als Greiß Ist er munter und voll Fleiß, Und ihn trägt kein falscher Stab An sein ruhigs, spätes Grab.

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