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1726–1804

Das Vogelnest.

Christian Felix Weiße

Da hab ich es, das Hänflingsnest! Nun ist mirs endlich doch gelungen: Das ganze Nest und mit vier Jungen: — Ja sträubt Euch nur, ich halt Euch fest.

Doch wie barmt nicht der Aeltern Paar! Soll oder soll ich sie nicht nehmen? Nein, nein, deß müßt ich mich ja schämen,

Ich handelte, wie ein Barbar. Wie oft hat mich nicht ihr Gesang, Lag ich im Grase dort gestrecket, Zu Harmonie und Lust erwecket,

Und dieß wär nun der ganze Dank? Ich riß ihr armes Häuschen ab, Das sie nach Gastrecht mir vertrauet, Von Moos und Stroh sich selbst erbauet,

Zu dem ich nicht ein Hälmchen gab. Wenn eine räuberische Hand Mich meinen Aeltern nun entrissen? Was würden da für Thränen fließen,

Wie jammervoll wär unser Stand! Nein, liebe Sänger, bleibt in Ruh, Hier habt Jhr Eure Kinder wieder: Vervielfacht singt Jhr Eure Lieder,

Mir dann aufs nächste Frühjahr zu.

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