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1839

Kaiser Karl

Georg Weerth

Herr Kaiser Karl, der fromme Mann, Ließ viele Menschen zu Tode schlahn; Er schlug sie tot um das Christentum: Das brachte ihm ungeheuren Ruhm.

Und saß zu Aachen in seiner Pracht, Im Wams aus Otternfell gemacht; Und alle Völker nah und fern, Die beugten sich dem gewalt'gen Herrn

Und brachten Geschenke aus aller Welt, Viel Gold und Seiden und Gezelt; Ihm bracht der Kalif aus Morgenland Eine Uhr und einen Elefant.

Doch Kaiser Karl, der fromme Held, Er sprach: „Was nutzt mir Gold und Geld, Was soll der fremde Elefant? – Hab schönre Dinge im eignen Land!“

Und zog hinauf den grünen Rhein, Und pflanzte die Rebe zu Ingelheim; Und pflegte sie mit derselben Hand, Die hundert Völker überwand,

Ja pflegte sie mit der blutroten Hand, Die hundert Völker überwand – Und dies ist der Grund, daß zu Ingelheim Noch heute wächst der blutrote Wein.

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Kaiser Karl · Georg Weerth · Poetry Cove