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1839

Gebet eines Irländers

Georg Weerth

Sankt Patrick, großer Schutzpatron, Du sitzt auf dem warmen Himmelsthron; O sieh mich an mit freundlichem Sinn, Dieweil ich ein armer Paddy bin!

Sankt Patrick, sieh, die Nacht kommt bald, Von England weht es herüber so kalt; O blicke auf meinen schäbigen Frack Und auf meinen löchrigen Bettelsack!

Sankt Patrick, tu, was dir gefällt! So groß und so schön ist ja alle Welt. O laß mich werden, was du willt, Nur bleiben nicht solch ein Menschenbild!

O laß mich werden ein Blümlein blau, Dann mag ich trinken den kühlen Tau! O laß mich werden ein braunes Reh, Dann kann ich fressen den grünen Klee!

O laß mich werden ein stolzer Bär, Dann geh ich im warmen Rock daher! O laß mich werden ein schöner Schwan, Dann wohn ich auf Strom und Ozean!

O mach aus mir einen Panther wild, Einen Leu, daß hoch meine Mähne schwillt, Einen Tiger, auf daß ich manch reichen Tyrann Mit rasselnden Tatzen zerreißen kann! –

Doch, Patrick, ach, taub bleibt dein Ohr; Der Paddy bleib ich wohl nach wie vor. 's bleibt alles wie sonst, und die Nacht ist kalt, Und der Dan O'Connell wird dick und alt.

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Gebet eines Irländers · Georg Weerth · Poetry Cove