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1839

Auf hohem Berge

Georg Weerth

Ich stand auf hohem Berge Und blickte ins Tal hinab: Dort wohnen die kleinen Menschen, Die lange geliebet ich hab!

Dort ragt die graue Kirche, Die ist schon alt genug; Dort schrieb mich einst der Küster Ins große Kirchenbuch.

Und drüben steht die Kapelle, Dort sang ich den ersten Choral; Der Kantor spielte die Geige Und schlug mich mannigmal.

Doch wo die Linden rauschen, Da glänzt ein schneeweißes Haus; Dort schauen die Monatsrosen Hoch oben zum Fenster hinaus. –

O blühet fort, ihr Rosen, Ohn Not und Ungemach, Bis daß ich euch wiederschaue Wohl über Jahr und Tag;

Bis daß ich wieder wandle Die heimlichen Gassen hin, Bis daß ich wieder küsse Meine lustige Nachbarin.

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