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1891

Stille Befürchtung

Frank Wedekind

Seit ich dir mein ganzes Herz entladen, Peinigt mich geheimnisvolles Weh: Morgens drängt's mich seltsam, mich zu baden; Abends treibt's mich mächtig ins Café;

Nachts umgaukeln mich verrückte Träume Daß die Seele bang um Hilfe schreit; Eng bedrücken mich des Himmels Räume, Die Gewänder werden mir zu weit;

Vor den Augen schwirrt ein schwarzer Falter – Sprich, o sprich, wie soll ich das verstehn! 's ist ein heimlich zartes Knospenalter; Doch nicht Liebe scheint mir aufzugehn.

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Stille Befürchtung · Frank Wedekind · Poetry Cove