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1584–1653

Von jhrer Schönheit Wundern- Stände.

Georg Rodolf Weckherlin

Seind es haar oder garn das kraußlecht reine gold Nach dessen purem schatz die Götter ein verlangen? Ach! Es seind zarte haar meiner lieb wehrter sold:

Nein. Es seind starcke garn da sich die sehle fangen. Ein gestirn oder stirn ist dan das helfenbein Darauff sich Mayestet weiß heit vnd zucht erfrewet? Es ist ein glatte stirn die hofnung meiner pein:

Nein. Es ist ein gestirn das die freche betröwet. Seind es blick oder plitz der schnell vnd helle glantz Darab wir vns zugleich entsötzen vnd ergötzen? Ach! Es seind süsse blick auß Amors starcker schantz:

Nein. Es seind scharpfe plitz so die hertzen verlötzen. Ist ein brust oder blust der zwirig-böbend thron Darauff die Charites den Liebelein liebkosen? Es ist ein vöste brust da wohnet all mein wohn:

Es ist ein edle blust von erdbör-gilg-vnd-rosen. Ist ein hand oder band der fünffgezincket ast Dessen schneeweisser pracht das aug vnd hertz ver- blindet.

Es ist ein zarte hand erleuchtend der Lieb last: Es ist ein hartes band das die Freyheit verbindet. Wie seelig bin ich doch O haar stirn blick brust hand

So köstlich freindlich klar anmuhtig vnd beglicket! Daß ich durch solches garn gestirn plitz blust vnd band Gefangen bin freyh wund erquicket vnd verstricket!

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