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1584–1653

Venus an das Frawen Zimmer.

Georg Rodolf Weckherlin

Prin cessin gleichloß an gestalt Vermehrend meines Sohns gewalt Jhr deren haar stirn vnd augbrawen (darunder himmelische blick

Entdöcken aller hertzen glick) Wie Triumfbogen anzuschawen. Jhr deren schönheit ehr vnd zucht Ist nu mein trost schutz vnd zuflucht

(weil niemand Euch kan widerstreben) Zu Euch kom ich mit meinem Sohn Euch vnsern Apfel Scepter Cron Vnd Schönheit selbs zu vbergeben.

Dan ja ein jede vnder euch So götlich schön so weiß so reich Den güldin Apfel kan begehren: Ich Juno vnd Pallas zu mahl

Schamroht ab dem streit vnsrer wahl Euch alle nu mehr billich ehren. Darumb jhr Nymfen keusch vnd rein Jhr deren hertz-leuchtender schein

Kan alle hertzen bald enttrüben Vermehret mein vnd ewer lob Vnd fahret fort mit süsser prob Keusch vnd beständiglich zu lieben.

Jhr deren augen klarer preiß Den sehlen pfleget jhre speyß Mit lieb zu nemen vnd zu geben Verkündet daß das gröste layd

Verkehret sich durch lieb in frayd Vnd das recht lieben ist recht leben. Jhr deren hertzen noch gantz frey Mit vnversprochner freyer trew

Sich hin vnd widerfliegend vben; Wisset daß alle frewd vmbsunst Wa man nicht hat der Liebe gunst Vnd das wol leben ist wol lieben.

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