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1618

Venedig gegen seiner liebsten verglichen

Georg Rodolf Weckherlin

Witzlos war der fürwitz, aufsätzig der fürsatz kreuzgeizig der ehrgeiz, die mich so sehr bethöret, daß eines fürstens will (der schön und lieb gesatz zuwider) mich jetz ihm gehorsamen gelehret.

Dan was seind doch die Brent, galleen, Marxenplatz, die statliche palläst, der schatz so weit vermehret, gegen der haaren strom von purem gold bewehret, und gegen der schönheit und tugend größerm schatz?

Was ist des herzogs, rats, der curtisanen prangen in purpur, scharlach, gold, in bestem saal und mal verglichen mit dem schmuck der lippen und der wangen? Was seind die münz, zeughaus, geschütz und arsenal

gegen dem schönen aug, das billich, mein verlangen zu strafen, so weit ab mich tödtet wie ein strahl?

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