Der wahren Tugent glantz der klar in dem auff- gang Dich mehr dan der Mittag in andern wolte zieren Bezeugte daß dein lauff gantz löblich vn nit lang
Solt wie ein schöner tag schnellflüchtig fort pas- sieren. Die blumen welche sich erzaigen reiff zu früh Die werden von dem frost bald welck vnd weg-
genommen: Vn kein zufrühe frucht ka wa man schõ mit müh Sie lang behalten wolt den Winter vberkommen. Dan der Natur gesatz das der mensch halten muß
Gebeut dz nichts alhie glück seelig lang soll wehre; Vnd das was herrlich ist gleichsam zu einer buß Soll (die welt nicht zu lang zuehren) bald auff- hören.
So deine Jugent zart mit arbeit ehr vnd zucht Mit Weißheit vnd Gotsforcht wissenschafft viler zungen Mit deiner Schönheit blust mit deines verstands
frucht Zog dich bill ich herfür bey alten vnd bey jungen. Daher der freche tod sehend wie deine sehl War mit vernunfft vnd kunst des alters selbs ge-
schmücket Hat als ein reiffe frucht dich (frey von allem fehl) Mit gatz gnadloser had noch blühend abgezwicket. Ob aber wol der Tod dir vnbeflöckte blum
Durch seiner sichel straich den fall zu früh gegebẽ; So blühet allzeit doch frisch deiner tugent ruhm Weil die lang leben gnug die recht vnd wol gnug leben.
Wan dan O süsse seehl dein leben vnd dein Tod Vns deines hayls gewin vnnd vnsern verlust weysen So mögen billich wir Got klagen vnser noht
Doch also dz wir jhn auch für dein leben preysen.
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