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1584–1653

Ode oder Gesang. Von seiner Lieb vnd jhrer Rawheit Bestand.

Georg Rodolf Weckherlin

An Schön vnd Rawheit kan man euch O Myrta keine Nymff vergleichen: An Lieb ist mir auch keiner gleich Vnd an Trew will ich keinem weichen:

Dan hertzen haben wir von stein Wie Myrta möniglich mag sehen Ich außzustehen solche pein Jhr meine pein nicht zu verstehen.

Dan wir ja längst ohn widerstand Beed weichend weren vberwunden; Jhr Myrt von meiner Lieb bestand Ich von vnzählich schweren wunden:

Also daß die selbs stöck vnd stein Die zu halßstarrig vns nicht sehen Mich auß zustehen solche pein Euch solche pein nicht zu verstehen.

Gantz steinin ist gewiß mein hertz Gequälet stehts euch stehts zu lieben: Das ewrig auch dieweil mein schmertz Euch (gnadloß) gar nicht kan betrüben:

Also muß man vns beede stein Ja harte felsen sein wol sehen Mich wegen grosser lieb vnd pein Euch meine pein nicht zu verstehen.

Ich hab beständig meine trew Alßbald Ich Euch sah Euch geschworen: Bey Euch beständig stoltz vnd frey Ist all mein laid vnd lieb verloren:

Daß also ich an trew ein stein Vnd jhr an stoltz ein felß zusehen; Ich ohn ablaß so schwere pein Jhr mein laid ohn laid außzustehen.

Wan dan O felß an härtigkeit Mein weinen Euch nicht kan erwaichen: Wan ich felß an beständigkeit Durch vndanck nicht kan tods verblaichen;

So seind wir ja zween harte stein Ich solche marter außzustehen; Jhr ewer macht vnd meine pein Vnd vnsern verlust nicht zu sehen.

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