Der Menschen wohn ist falsch betrüglich die ver- jähung Als ob des Glicks allmacht der ewigkeit versehung Vnd des himmels gesatz (mit zwang der Götter
hand Verkürtzend) ohn jhr schuld veränderten den stand Der Menschen vnd der Welt. Das werck recht zube- sehen
So muß der Mensch daß er die vrsach selbs gestehe. Da ja ein jeder mensch dem grösten König gleich Hat der Anmuhtungen vnd der begirden reich (die seine vernunfft stehts solt maistern) zu regieren:
Vnd Sie was farb vnd schein Sie auch in dem schilt führen Zu büssen jhren lust (als schmaichler) jhres thails Vergessen offt des Reichs vnd jhres Fürsten hayls.
Da wil des menschen hertz der Schönheit sich er- geben; Dort ein kraußlechtes haar kan seine seel verweben; Hie eines augs anblick mehr dan ein scharpfer plitz
Dort eine weisse hand beraubet jhn der witz; Ja ein geschmöll ein wort ein seuftz kā nach gefallen Der Vernunfft Mayestet zu fuß jhm machen fallen. Bald hochmuht hoffnung lust frewd ehrgeitz
schimpff vnd schmach Bald kleinmuht forcht neyd hassz verdruß layd zorn vnd raach Verfünstern seinen tag als jhres Herrens Mayster
Vnd fewren seine macht als vngehewre gayster So daß der arme Mensch (torrecht vnd vngerecht) Ein König von geburt wird seiner knechten Knecht. Vn wie Er auch sein lob vermeinet zuverblümen
So hat doch billich Er vollkom̃en nichts zurühmen. Ein hagel ein sturmwind ein wogen in dem Meer Ein schuß straich stich fall thier so leichtlich als ein heer
Ja des hofs vberfluß der Stätt vn Dörffer sünden (die nach lust wider vns bald einen vortheil finden) Dem Ackerman die ernd dem Kauffma all sein gut Dẽ Hofma seinen pracht dẽ Kriegsma seinen muht
Dem Bürgern seine ruh vnd jedem noch das leben Beraubend Sollen vns vnd jedem die lehr geben Daß wer von grossem layd von sorg anfechtũg pein Begehret wa nicht frey doch etwas loß zu sein
Das beste mittel ist Sich zu dem kreutz zubiegen Vnd mit der armut sich verbindend zuvernüegen.
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