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1584–1653

Ode.

Georg Rodolf Weckherlin

Die Natur hat ein jedes thier Mit sonderbarer gaab vnd zier Sorgfältiglich so wol versehen Daß jhrer jedes mag (billich

Vernüget) dessen rühmen sich Vnd neben andern wol bestehen. Ein horn dem Einhorn auff das hirn Dem Stier zwey hörner auff die stirn

Dem Hirsch ein geweyh ist gesötzet: Die Vögel hat sie durch den flug Vnd die Füchs mit list vnd betrug Zu jhrer sicherheit ergötzet.

Der Fisch kan schwimmen vnd das Pferd Ist wegen guten hufs mehr wehrt Die Löwen haben zähn vnd klawen; Das lauffen ist der Hasen pfand

Der Man hat götlichen verstand; Was haben dan die zarte Frawen? Die Frawen seind mit der Lieb pracht Vnd mit der Schönheit höchsten macht

So vnvermeydenlich gezieret Daß jhr holdseelige gestalt Allein regierend ohn gewalt Vber die hertzen triumfieret.

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