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1584–1653

Ode.

Georg Rodolf Weckherlin

Frisch auff jhr dapfere Soldaten Jhr die jhr noch mit Teutschem blut Jhr die jhr noch mit frühem muht Belebet suchet grosse thaten!

Jhr Landsleut jhr Landsknecht frisch auff Das Land die Freyheit sich verlieret Wa jhr nicht muhtig schlaget drauff Vnd vberwindend triumfieret.

Der ist ein Teutscher wolgeboren Der von betrug vnd falschheit frey Hat weder redlichkeit noch trew Noch glauben noch freyheit verlohren:

Der ist ein teutscher ehren wehrt Der wacker hertzhafft vnverzaget Für die Freyheit mit seinem schwert In die gröste gefahr sich waget.

Dan wan jhn schon die feind verwunden Vnd nemen jhm das leben hin Ist doch ruhm vnd ehr sein gewin Vnd Er ist gar nicht vberwunden:

Ein solcher tod ist jhm nicht schwer Weil sein gewissen jhn versüsset; Vnd Er erwirbet lob vnd ehr In dem er sein blut so vergiesset.

Sein Nahm vnd ruhm allzeit erklingen In allem land in jedem mund: Sein leben durch den tod wird kund Weil sein lob die Nachkömling singen:

Die edle freyheit ist die frucht Die er dem Vatterland verlasset; Da der hertzloß durch seine flucht Wirt gantz verachtet vnd gehasset.

Also zu leben vnd zu sterben Gilt dem redlichen Teutschen gleich: Der Tod vnd Sig seind schön vnd reich Durch beed kan er sein hayl erwerben:

Hingegen fliehen allen danck Die flüchtige vnd der verrähter Vnd jhnen folget ein gestanck Weil sie verfluchte vbelthäter.

Wolan derhalb jhr wehrte Teutschen Mit Teutscher faust mit kühnem muht Dämpfet nu der Tyrannen wuht Zu brechet jhr joch band vnd beutschen:

Vnüberwindlich rühmet sie Jhr titul torheit vnd stoltzieren: Aber jhr Heer mit schlechter müh Mag (vberwindlich) bald verlieren.

Ha! fallet in sie: jhre fahnen Zittern auß forcht: Sie trennen sich Jhr böse sach helt nicht den stich Drumb zu der flucht sie sich schon mahnen:

Groß ist jhr heer; Klein ist jhr glaub Gut ist jhr Zeug böß jhr gewissen: Frisch auff sie zittern wie das laub Vnd weren schon gern außgerissen.

Ha! schlaget auff Sie Liebe brüder Ist die müh groß so ist nicht schlecht Der sig vnd beut: vnd wol vnd recht Zuthun seind sie dan jhr viel müder:

So straff O Teutsches hertz vnd hand Nu die Tyrannen vnd die bösen; Die Freyheit vnd das Vatterland Must du auff dise weiß erlösen.

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