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1618

Bestätigung der lieb

Georg Rodolf Weckherlin

Daß ihr von vilen seid geehret, daß ihr von vilen werd begehret, mag wol wahr sein; daß aber ihr der andern seelen

könt so sehr, als die meine, quälen, hat keinen schein. Daß vil schönheiten hie auf erden gelobet und verwundert werden,

mag wol wahr sein; daß aber eine auch aus allen den göttern mög, wie ihr, gefallen, hat keinen schein.

Daß einer, der euch nur ersehen, wöll euern dienst stracks undergehen, mag wol wahr sein; daß aber ihr möcht einen finden,

den ihr so hart, als mich, könt binden, hat keinen schein. Daß auch durch eure süße sitten ich nicht allein vil müh erlitten,

mag wol wahr sein; daß aber darum andre herzen dem meinen leiden gleiche schmerzen, hat keinen schein.

Daß, endlich solche pein zu fliehen, sich meine vernunft wöll bemühen, mag wol wahr sein; daß aber von so schönen händen

ich mich zu andrer dienst könd wenden, hat keinen schein. Daß der tod allein meine klagen und euern hochmut werd ertragen,

mag wol wahr sein; daß aber sich durch das beleiden mein herz wöll und könd von euch scheiden, hat keinen schein.

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