Skip to content
1618

An meinen brudern Ludwig Weckerlin

Georg Rodolf Weckherlin

Indem dein gröste sorg durch deiner zungen ton der wilden wüsten welt stolz, torheit und mutwillen (gleichwie in Griechenland der Calliopen sohn thier, bäum und stein bezwang) zu zähmen und zu stillen;

Indem, mein bruder, du, ein wahrer Amphion, bemühest, selig, dich nach gottes gutem willen sein himmelische stat, alda er seinen thron, mit lebendigem zeug zu größen und zu füllen;

Ich, sehend wie die leut allein geld, ehr und pracht, des kriegs geschenk und raub, hochachten und begehren, haß solche narretei und klag des Teutschlands nacht; Doch wie ich seufz, daß auch die wölf die kirch zerstören,

also erfreu ich mich ab guter lehrer wacht und glaub, daß uns die son werd noch des tags gewehren.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.