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1618

An eine alte üppige frau

Georg Rodolf Weckherlin

Was dienet deine brunst, dein mutwill und verlangen? dein sommer ist dahin, dein herbst ist eingebracht, dein winter auf dem hals: umsunst ist diser pracht; nim doch hinweg den busch, laß ab von deinem prangen.

Was reich und schön um dich mag einen geizhals fangen, wa deines leibs gestäud, wa deiner augen nacht, wa deines munds saphir und deines atems macht deiner brust corduan und das gold deiner wangen,

Wa dein von bein und haut fleischloses angesicht nicht dein ich weiß nicht was und ehr so wol bewahren, daß seine lieb gewiß, wie dein lob, ein gedicht; Doch wan er seine lieb, dir sich zu offenbaren,

meineidig, schwören solt, so liebet er doch nicht wie deines beutels gold das silber deiner haaren.

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