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1584–1653

19. An eine alte vppige Fraw.

Georg Rodolf Weckherlin

Was dienet deine brunst dein muhtwill vnd ver- langen? Dein Som̃er ist dahin dein Herbst ist eingebracht Dein Winter auff dem halß: vmbsunst ist diser

pracht Nim doch hinweg den busch lassz ab von deinem prangen. Was reich vnd schön vmb dich mag einen geitzhalß

fangen Wa deines leibs gestäud wa deiner augen nacht Wa deines munds saphir vnd deines athems macht

Deiner brust Corduan vn das gold deiner wange Wa dein von bein vnd haut flaischloses angesicht Nicht dein Ich waiß nicht was vnd ehr so wol bewahren

Daß seine Lieb gewiß wie dein lob ein gedicht. Doch wan er seine lieb dir sich zu offenbahren (meinaydig) schwörẽ solt So liebet er doch nicht Wie deines benttels gold das silber deiner haaren.

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