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1584–1653

17. Schaiden vnd Lieb vnsterblich.

Georg Rodolf Weckherlin

Mvß es geschaiden sein? Ist dises dan die stund Die stund ach nein die wund die vns will haben schaiden? Wie! schaiden muß ich dan? Ach nein Ich muß

verschaiden Dan ja zu groß mein schmertz vnd zu tieff meine wund. Zwar nicht mein aigen laid sondern mein Rosen-

mund (mund dessen süsse küß mein hertz gantz götlich waiden) Dein seuftzen weinen klag mich zu dem tod be-

schaiden Vnd machen deinen tod mir meinen tod dir kũd. So laß mich nu von dir thu du von mir empfangen Den letzten letzin-kuß. O süsser tod! Ach nein

O newe lebens-krafft die wir zu gleich erlangen! Dan meine sehl in dich in mich dein sehlelein (verwechßlend) haben sich durch disen kuß ver- gangen

Daß vnser tod vnd lieb nu muß vnsterblich sein.

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