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1584–1653

15. Schöne haar.

Georg Rodolf Weckherlin

Oder Lieb liebste garn der Schönsten schönste haar Wan schertzend in dem lufft jhr schon bandloß vmbflieget

Befind ich doch alßbald daß jhr mein hertz be- trieget Vnd daß je freyer jhr je grösser mein gefahr. O goldfluß blaich vnd reich Goldstriemen wahr

vnd klar Wan euch jhr weisse hand in taussent ringlein bieget Befind ich auch alßbald daß jhr mein hertz be-

krieget Vnd je mehr ewre knöpff je mehr ich strick erfahr. Zwar wie solt dises garn doch meine sehl verdriessen? Ist ein hertz in der welt das disem schatz nicht hold?

Wer wolt nicht einen strom von gold gern sehen fliessen? O reiche haar zugleich der Freyhet strick vnd sold Wie jhr als der Lieb strick mich pfleget zu be-

schliessen Also belohnet jhr mich auch mit bestem gold.

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