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1584–1653

10. Der Schönen wunderliche Kunst.

Georg Rodolf Weckherlin

Daß auß vndanckbarkeit oder auß mißverstand Sie mein lob lieb vnnd layd als einen schimpf verlachet Ist mir nicht wunderbar; Dieweil des himmels

hand Sie also raw als schön zu meiner qual gemachet. Vnd daß nach dem verlust ohn alles gegenpfand Von seiner hofnung traum mein gaist noch nicht

aufwachet Ist mir kein wunder auch: Dan meines gaists bestand Verliebet sich in dem was sein laid verursachet.

Das aber ist mir frembd daß jhr so schöner mund Die deren hertzen Sie durch jhre blick versehret So leichtlich lehren kan der hitzigsten lieb grund. Dan alle meine witz mit wunder wirt beschweret

Wan Sie so schnell vnd wol das was jhr selbs nicht kund Was Sie nicht lernen will die dolleste köpff lehret.

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