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Psalm. 82. Deus stetit

Burkhard Waldis

Gott selber steht in seiner gmeyn der Fürsten vnd der Herren, Wil selber Herr vnd richter sein, sie soln sich lassen leren,

Spricht ‚Wie lang wolt jr vnrecht thun, fürziehen die Gotloß person vnd laßt das vnrecht walten? Schafft dem armen vnd weysen recht,

laßt jn zum rechten kommen, Er sei arm, reich, herr oder knecht, so schützet stedts deu frommen, Zeygt dem Ellenden hülff vnd trost,

daß die armen werden erlost, fürm Gottlosen erhalten. Sie achten aber nicht mein wort vnd lassen jn nicht sagen,

Sie gehn im finstern jmmer fort: wann solchs die armen klagen, Solln die Gottlosen vndergehn, wann sie gleich wie die grundfest stehn,

dennoch würd ich sie stürtzen. Ich hab euch alle Götter gnent, sprach, Ir seit meine kinder, Abr weil jr mich fürn Gott nit kent,

thut meine ehr verhindern, Solt jr sterben wie menschen kind, wie die Tyrannen gehn zu grund, wil euch ewrn hochmut kürtzen.‘

Drumb komm, Gott, selber rab auff erd auß deinem höchsten throne, Dein wort vnd ehr gepredigt werd von Christo deinem Sone,

Der ist der Erb vnd Oberherr, wer an jn glaubt wirt nimmermehr vmb kommen oder sterben. Herr Gott, der du Allmechtig bist,

wöllest vns solchs verleihen, Durch vnsern heyland Jesum Christ all vnser sünd verzeihen, Daß wir hie durch den glauben reyn

wirdig werden bei dir zu sein, dort deine güter erben.

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