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Psal. 120. Ad dominum cum

Burkhard Waldis

Ich rüff, O Gott, in diser not zu dir, vnd bitt verlaß mich nit

in meinen grossen nöten! Erbarm dich mein, wölst gnedig sein! auß disem fehl

hilff meiner seel, daß sie die feind nit tödten, Vnd durch jr gifft welch mich jetz trifft

von dir nit werd gedrungen! Das lügen maul ist nimmer faul, stedts schwatzē falsche zungen.

Hilff Gott! wie sehr schadt falsche leer, die niemandt weicht, stedts vmbher schleicht

vnd ruhet nit ein weile, Richt vnglück an bei jeder man, laufft gar geschwind

gleich wie ein hind, fleugt wie die scharpffen pfeile, Schnell wie ein boltz, im dürren holtz

wie das fewr pflegt zu krachen: Nit selb mich auch auß solchem rawch kan frei vnd ledig machen.

O weh mir jetz in solcher hitz vnd grossem zwang! Ach HERR, wie lang

sol ich bei jn noch wonen? Kedar mich zwingt vnd Mesech dringt, mit jrem Bann

vnd Alkoran thun sie niemandts verschonen! Stedts halt ich frid, vnd wann ich red

thun sie mich mehr beleyden: O HERR, den krieg, durch deinen Sieg wöllst gnediglich entscheyden.

So wil ich dir mit freuden zir durch meinen mundt zu aller stundt

ein frölich liedlin singen, Daß du mein sach in vngemach durch gnaden waltst

vnd mich erhaltst, vnd leßst sie wol gelingen In Christo fron, deim lieben Son,

der sich für vns hat geben, Durch schmach vnd todt erworben hat vns alln ein Ewigs leben.

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