Skip to content
1523

Psal. 103. Benedic anima mea

Burkhard Waldis

Mein seel lobt Got zu aller frist, was in mir ist seinn heylgen namen ehret. Mein seel lobt Gott zu aller frist

vnd nit vergißt was zu seim lob gehöret. Der vns groß gut auch täglich thut,

vns hertzlich liebt, all sünd vergibt, Heylet all vnsern schaden auß güt vnd lauter gnaden.

Der mein leben vom todt erlößt, mich täglich tröst, mit gnad vnd güten krönet, Der meinen mund stedts frölich macht

mit freuden lacht vnd all meins thuns verschonet. Er macht mich jung vnd frisch zum sprung,

er schaffet recht dem armen knecht Den die Gottlosen neiden vnd alln die vnrecht leiden.

Er hat sein wege wissen lon des Amrams son, Israel seine sitten; Der HERR ist von hertzen gnedig

vnd barmhertzig, von gdult vnd grosser güten! Vnsr missethat in vngenad

er nicht gedenckt, die Sünd vns schenckt, Zorn wil Er nicht behalten, die gnade leßt Er walten.

Nach vnsern Sünden vns nit richt, handelt auch nicht wie wirs haben verdienet; Die missethat auch nit vergilt,

nach größ der schuld, mit gnaden vns versünet, Im himel weit, auff erden breyt

leßt walten gnad an rechtes stadt Vbr alle so jn forchten vnd seinem willn gehorchen.

So weit da ist der Morgenstern vom Abend fern, wirfft von vns vnser sünde, Wie ein Vatter mitleiden tregt,

keinn zorn erregt vbr seine lieben kinde, Der maß auch Gott mitleiden hat,

erbarmet sich so vetterlich Vbr all die jn belieben, er wil sie nicht betrüben.

Dann Er kennt wol das schwach geschlecht vnd sein gemecht, daß wir sein schlam vnd erden: Des menschen leben ist wie staub,

wie graß vnd laub, grünt, wies wolt etwas werden: Wann der windt weht vnd drüber geht,

bald sichs verstelt, zu boden felt, Verschwindt in einer stunden, sein statt wirt nimmer funden.

Abr sein gnad wert von Ewigkeyt zu Ewigkeyt vbr all so jm vertrawen, Sein grechtigkeyt zu kindes kind

die seinen bund halten vnd auff jn bawen, Den glauben han, gedencken dran

vnd seinen willn auch gern erfülln, Nach seinn gebotten leben, die Er jn hat gegeben.

Der HERR hat seinen stul bereyt im himel weit, sein reich herscht vber alle; Auff erd man auch sein wort verkündt

mit vollem mund reichlich mit großem schalle. Die Engel schon seinn willen thun,

manch starcker held sein wort vermelt, Daß Euangelion leren, all welt sein stimm muß hören.

Lobet den HERRN, sein diener gar, jr heere schar, die jr thut seinen willen! Lobet den HERRN, all seine werck,

all krafft vnd sterck, die seinn befehl erfüllen! An allem ort erkling sein wort

in seinr herrschafft mit aller krafft! für all sein thewre gaben mein seel den HERRN sol loben!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Psal. 103. Benedic anima mea · Burkhard Waldis · Poetry Cove