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Die siebenundfünfzigste Fabel.Von Mensen und der Katzen.

Burkhard Waldis

Vil meus waren in einem haus; Da fieng die katz alltag ein maus, Daß sie abnamen an der zal. Drumb kamens zamen auf ein mal,

Solch teglich schaden wol betrachten, Rieten, hinfürder wie sies machten. Da antwort eine von den alten: „Ich rat, daß wir uns hie enthalten;

Denn hoch hie oben kan die katzen Uns nicht wie so da niden fatzen, Sie kan herauf nicht zu uns kommen.“ Da solchs die katze het vernommen,

Ein neue list sie bald erdenkt: Bein hindern füßen sich aufhenkt An einem nagel wie ein hasen. Ein meuslin sahs, sprach: „Liebe basen,

Ich kenn dich wol mit deinen renken. Wenn ich dich schon sehe tot da henken, Dein haut und har gar abgeropft, Dein fell mit heu und stro gestopft,

Dennoch wolt nit so fürwitz sein, Daß ich wolt glauben solchem schein.“ Wo der esel ist gfallen nider, Auf die stett bringt man in nit wider.

Ein weiser man acht haben sol, Nicht werd genarrt zum andern mal.

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