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Die sechzigste Fabel.Von einem Maul.

Burkhard Waldis

Als ein maul ward frisch und wol gmäst, Ward stolz und sich vil dunken läßt Und sprach: „Mein vatter war ein ros, Lief ser und war an tugent groß;

Warumb solt mich nit understan, In gleichen eren halten lan?“ Gieng zun pferden, rief in haufen: „Wil mit eim in die wette laufen!“

Da wards im laufen faul und treg, Blieb ligen wol auf halbem weg, Sprach: „Mich betreugt mein eigensin, Ich sihe, daß ich ein esel bin.“

Wer da wil wißen, wer er sei, Frag seinr nachbaurn zwen oder drei Und meß sich mit sein eignen füßen, So tut er selb den kützel büßen.

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