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Die sechsundneunzigste Fabel.Von der Maus und dem Weihen.

Burkhard Waldis

Es war ein weih im strick gefangen, Drin het er bleiben můst behangen; Dasselbig jamert ser die maus, Zerbiß den strick und half im draus,

Daß er kunt fliehen und sich regen. Da lont er, wie die weihen pflegen: Mit scharpfen klauen tet ers drücken, Zerriß, zerbiß zu kleinen stücken.

Ein böses herz tut nicht verschonen, All gut mit bösem tut verlonen; Das sei gesagt eim jeden christen: Denk nur nit, daß man in werd fristen.

Hans doch den Christum ausgestoßen; Also muß gen all sein genoßen. Das sein die gschenk und köstlich gaben, Die wir für unser woltat haben;

Wir aber warten andern lon, Da wißen jene gar nichts von, Welchs uns verheißen ist im himel: Da werden sie zum fußschemel.

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