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Die einundsiebzigste Fabel.Vom jungen Gesellen und einer Schwalben.

Burkhard Waldis

Ein jüngling het im wein und fraß Verbraßt, verschlemmet alles das, Was im sein eltern glaßen nach; Zuletst het nur ein mantel noch.

Ongfer ein schwalben het vernomen, Sprach: „Nun wird bald der sommer komen!“ Verzehrt den mantel auch im wein Und meint, es solt nun sommer sein.

Da kam ein frost und tiefer schnee: Für großer kelte ward im we, Und war erfroren mer denn halb. Fand ligen eine tote schwalb;

Er sprach: „Jetzt müt mich nit mein schad, Weil die auch iren lon jetzt hat.“ Ein einig schwalb macht keinen sommer; Ein bißen brot stillt nit den kummer.

Ein jeglich ding hat sein bescheit, Wenn es geschicht zu rechter zeit.

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